25.09.2026 Wege, Wandel, Werte: Geschichte erleben, Begegnungen schaffen

Auf Einladung des Gymnasiums Bad Essen besuchten die Vereinsmitglieder der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR e. V.) Irina Gärtner mit ihrem Vater Viktor Gärtner, Friedrich und Raisa Eckhardt sowie Marina Sander die Veranstaltung „Wege, Wandel, Werte“. Die Veranstaltung widmete sich der Geschichte der der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion, ihren Auswirkungen
auf die Region sowie den persönlichen Erfahrungen der Menschen, die diesen Wandel erlebt haben.

Eine besondere Verbindung zur Veranstaltung entstand durch die beiden Ausstellungsorganisatoren Karla Pöhlmann und André Gäde. Sie hatten bereits unsere Projektveranstaltungen am 29.09.2025 und
am 20.07.2026 besucht, dort zahlreiche Eindrücke gesammelt und großes Interesse an den Geschichten und Erfahrungen der Teilnehmenden gezeigt. Im Rahmen ihrer Vorbereitungen dokumentierten sie unsere Foto- und Sachausstellungen, fotografierten die Ausstellungselemente und nahmen
Videoaufnahmen des Chores „Wolgawelle“ sowie der Heimattänze der Tanzgruppe „Bergborn“ auf.

Besondere Aufmerksamkeit fanden die Video-Interviews mit Irina Gärtner und Friedrich Eckhardt, die von Karla Pöhlmann und André Gäde aufgenommen worden waren. In den Interviews berichteten wir über unsere Lebensgeschichten, unsere Wurzeln und unsere Erfahrungen beim Ankommen in Deutschland.

Die Interviews wurden während der Veranstaltung gezeigt und ermöglichten den Besucherinnen und Besuchern einen persönlichen Zugang zur Geschichte und den Erfahrungen der Deutschen aus der
ehemaligen Sowjetunion.

Besonders beeindruckend war das große Engagement der Schülerinnen und Schüler, die gemeinsam mit ihren Lehrkräften eine umfangreiche Ausstellung gestalteten. Mit viel Eigeninitiative, Neugier und Kreativität recherchierten sie zur Geschichte und Gegenwart der russlanddeutschen Zuwanderung, bereiteten die Ausstellung eigenständig vor und entwickelten ein vielfältiges Präsentationskonzept. Die Ausstellung erstreckte sich über mehrere Räume des Gymnasiums und zeigte die Ergebnisse ihrer
Arbeit in unterschiedlichen Themenbereichen. In zwei Räumen wurden Videoaufnahmen präsentiert. Dort waren unter anderem die Interviews mit Irina Gärtner und Friedrich Eckhardt zu sehen. Ebenso wurden Aufnahmen des Chores „Wolgawelle“ sowie der Heimattänze der Tanzgruppe „Bergborn“ gezeigt. Fotos unserer Foto- und Sachausstellung sowie die Banner „Die Geschichte der Schwarzmeerdeutschen“ und „Die Geschichte der Wolgadeutschen“ wurden von den Schülerinnen und Schülern in das Gesamtkonzept der Ausstellung integriert. Sie ergänzten die von den Jugendlichen erarbeiteten Inhalte durch authentische Einblicke, persönliche Geschichten und historische Zeugnisse.

Ein weiterer Höhepunkt war das Podiumsgespräch mit Kornelius Ens vom Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold, Werner Hülsmann vom Landkreis Osnabrück, Prof. Dr. Jochen Oltmer,
Viktoria Freifrau von dem Bussche sowie Alexander Wagenleitner, Mitglied des Kreistages Ostercappeln. Die Diskussion wurde von Michael Clasen von der Neuen Osnabrücker Zeitung moderiert. Dabei wurden historische Entwicklungen, gesellschaftliche Veränderungen sowie die Bedeutung von Erinnerungskultur, Integration und Zusammenleben in unserer Region thematisiert. In der Gesprächsrunde wurde auch deutlich, dass die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion aus unterschiedlichen Herkunftsregionen
stammen. Vor dem Zerfall der Sowjetunion lebten sie in den fünfzehn Unionsrepubliken und brachten nach ihrer Aussiedlung nach Deutschland vielfältige kulturelle, sprachliche und regionale Erfahrungen mit. Diese Vielfalt wurde als wichtiger Bestandteil ihrer gemeinsamen Geschichte und Identität hervorgehoben.

Im Anschluss an die Veranstaltung ergaben sich viele interessante Gespräche. Besonders gefreut haben wir uns über den persönlichen Austausch mit Viktoria Freifrau von dem Bussche, Alexander Wagenleitner und Michael Clasen. Die Gespräche zeigten, wie wichtig Begegnungen und das gegenseitige Interesse an den Lebensgeschichten von Menschen unterschiedlicher Herkunft für das gesellschaftliche Miteinander sind.

Wir danken dem Gymnasium Bad Essen, insbesondere Karla Pöhlmann und André Gäde, herzlich für die Einladung, die hervorragende Vorbereitung der Ausstellung und die wertschätzende Einbindung unserer Materialien. Die Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, wie Geschichte durch persönliche Erzählungen, Ausstellungen, Interviews und Begegnungen lebendig werden kann und einen wichtigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis leistet.

Die positive Resonanz und die wertvollen Begegnungen bestärken uns darin, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Im Rahmen des Projekts „Interkulturelle Märchen- und Geschichtenvielfalt verbindet“ sind wir offen für weitere gemeinsame Vorhaben mit dem Gymnasium Bad Essen. Neben der Beschäftigung mit Geschichte und Zeitzeugenberichten bieten insbesondere Märchen und Geschichten
vielfältige Möglichkeiten, kulturelle Vielfalt, Kreativität und den Austausch zwischen Generationen erlebbar zu machen. Wir freuen uns auf eine mögliche weitere Zusammenarbeit.

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